Am 30.07. ging es für einige von uns nach Gundelfingen bei Freiburg, dem diesjährigen Austragungsort des Gasshukus 2017. Eine Woche lang trainierten wir zusammen mit vielen anderen Karateka aus ganz Deutschland -und auch anderen Ländern- täglich drei Einheiten bei unterschiedlichen Sensei. Jeder gehörte einer Gruppe an, die sich nach der Graduierung richtete. Dabei spielte das Alter keine Rolle; denn ob groß oder klein, jedermann kann in jedem Alter mit Karate anfangen und an sich arbeiten um seine individuellen Ziele zu verfolgen. Aus diesem Grund sah man auch bei diesem Lehrgang in allen Gruppen Menschen jeden Alters zusammen trainieren.

 

Für die Meisten begann jeden Morgen bereits um 7:00 Uhr die erste Einheit, das Kata-Training. Hierbei wurden eine Stunde lang bereits bekannte Kata gefestigt, manchmal auch Neue erlernt und im Bunkai, also ihrer Anwendungsmöglichkeit geübt.

 

Nach einer Pause fand dann das zweite, später auch das dritte Training statt.Datei_009 Thema dieser eineinhalb Stunden andauernden Trainingseinheiten waren Kihon (Grundschule) und Kumite (Kampf).

Im Kihon, welches die Grundlage des Karate bildet, wurden neben Block-, Tritt-, und Schlagtechniken auch Stellungen und Haltung geübt. Das Training ist nicht nur als Übung zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu verstehen; viel wichtiger ist, dass hierbei auch der Geist geschult wird. Denn es fordert außerordentliche Aufmerksamkeit, Konzentration, Bereitschaft, Kontrolle, Disziplin und vieles mehr… Letztendlich alles, was in Kata und Kampf gefordert wird.

Im Kumite, was zu deutsch “Begegnung der Hände” bedeutet, wurden die in der Kihon gelernten Übungen am Partner erprobt. Im Shotokan-Karate existieren verschiedene Formen und Stufen des Kumite, die an das Jiyu-Kumite (den Freikampf) heranführen sollen und je nach Graduierung unterschiedlich intensiv geübt werden.

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Wie auch die Jahre zuvor gelang es dem Organisationsteam des Gasshuku -so gut es ging- allen Karateka die Möglichkeit zu geben, bei jedem Sensei mindestens einmal zu trainieren. Es ist sehr interessant, wie unterschiedlich die Einheiten daher sein konnten. Denn jeder Sensei hatte seine eigene Art, Unterrichtsinhalte zu vermitteln und setzte andere Schwerpunkte.

 

Neben Ochi-Sensei und Sugimura-Sensei aus der Schweiz, die schon seit Jahren als Lehrer beim Gasshuku fungieren, war dieses Jahr zum ersten Mal Okuma-Sensei als dritter Japaner dabei. Aber nicht nur das Training ist am Gasshuku besonders; denn Gasshuku bedeutet wörtlich “gemeinsame Unterkunft”. Grundgedanke hierbei ist, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und im Idealfall voneinander zu lernen. Dies gelang beispielsweise im “Begegnungszelt”, welches günstige Sitz- und Essensmöglichkeit bot.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass wir eine erfahrungsreiche Woche hinter uns haben! Neben dem anstrengendem, zugleich lehrreichen Training hatten wir auch jede Menge Spaß zusammen. Zwischen den Einheiten trafen wir uns in Cafés und abends gingen wir oft zum gemeinsamen Essen aus, wobei wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse des Tages miteinander teilten.

Mein Zitat der Woche von Sugimura-Sensei: “Menschen ohne Ziel fällt es schwer, sich anzustrengen”

Ich persönlich habe viel an Erfahrungen mitnehmen können und freue mich auf das Gasshuku 2018 in Baden-Baden.

 

Pia Möller