Am Anfang und am Ende jeder Trainingseinheit haben Lehrer und Schüler Gelegenheit zur Besinnung und Meditation. Bei uns im Dojo läuft das folgendermaßen ab:

  • Der Sensei fordert die Schüler auf, sich in einer Reihe aufzustellen. Die Schüler stellen sich mit dem Gesicht nach vorne (dem “Shomen,” wo bei uns ein Bild von Funakoshi Gichin, dem Gründer des Shotokan-Karate-Stils hängt) auf. Dabei stehen die Anfänger am weitesten links (von der Reihe aus gesehen), der Sempai am weitesten rechts, die anderen Schüler ihrer Graduierung entsprechend dazwischen.
  • Der Sensei wendet sich ebenfalls nach vorne und kniet sich auf den Boden. Die Schüler warten, bis der Sempai den Befehl gibt, sich ebenfalls hinzuknien (“Seiza”).
  • Wenn alle knien, gibt der Sempai den Befehl zur Meditation (“Moku-so”). Während der Meditation sind die Augen geschlossen.
  • Der Sempai beendet die Meditation mit dem Befehl “Moku-so yame.” Auf den Befehl “Shomen ni rei” verbeugen sich alle, auch der Sensei, nach vorn. Danach wendet der Sensei sich seinen Schülern zu.
  • Der Sempai gibt die Anordnung “Sensei ni rei” (= unser Dank an unseren Lehrer). Lehrer und Schüler verbeugen sich voreinander. Danach steht der Sensei als erster auf.

Pünktlich zum Training zu erscheinen ist ein wesentlicher Teil guten Benehmens im Dojo. Wer zu spät kommt, stört nicht nur den Trainingsablauf, er bringt sich auch selbst um den Augenblick der Konzentration und der Einstimmung auf die Erfahrung, die vor ihm liegt.