Neben dem formellen System der Gürtel-Grade gibt es eine informelle Rangordnung im Dojo, das des Dienstalters, oder “Sempai” (=einer, der früher kam) und “Kohai” (= einer, der später kam). Sempai ist also der, der früher mit dem Training begonnen hat; meistens, aber nicht immer, entspricht das der Gürtelfarbe. Jemand auf einem mittleren Leistungsstand ist also gleichzeitig Kohai der Fortgeschrittenen und Sempai der Anfänger. Der, der schon am längsten trainiert, ist Sempai für alle anderen Schüler. Am Anfang und am Ende jeder Trainingseinheit gibt der Sempai unter den Anwesenden die Kommandos zum Knien, zur Meditation und zum Verbeugen.

In Japan unterliegt auch diese informelle Rangordnung strengen Regeln. Der dienstälteste Sempai darf den Kohai Anweisungen geben, zum Beispiel, das Dojo zu reinigen, aber er hat gleichzeitig die Verantwortung für das Wohlergehen der Kohai. Der Sempai darf nichts Unsinniges verlangen oder gar die Kohai schikanieren, sonst verliert er rasch den Respekt der anderen.